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Climatech - Grünbach am Schneeberg

genehmigt am 30.04.2019
Projektträger: Marktgemeinde Grünbach am Schneeberg

Ausgangslage

Die LEADER-Region NÖ-Süd hat gemeinsam mit der NÖ Kulturvernetzung Regionsgemeinden aufgerufen Leerstände zu melden, um sie im Jahr des Viertelfestivals temporär künstlerisch zu bespielen.
Mehrere Regionsgemeinden haben eine Vielzahl an Leerständen bzw. in Frage kommenden Objekten gemeldet. 2 Regionsgemeinden aus dem Schneebergland kamen mit ihren Objekten in die engere Auswahl. Grünbach am Schneeberg hat eine leerstehende Fabrikshalle mit Nebengebäuden im Besitz einer Stiftung als Leerstand vorzuweisen und Rohr im Gebirge möchte den Dorfstadel im Rahmen des Viertelfestivals 2019 nutzen.   Foto--> © Dieter Werderitsch

Diese Objekte wurden im Rahmen eines Wettbewerbes seitens der NÖ Kulturvernetzung genannt und eine Zahl von verschiedenster Vorschläge wurde durch interessierte Künstler als mögliche Form der Bespielung eingebracht. Jede der beteiligten Gemeinden konnte aus dem breiten Ideenangebot schöpfen und sich für ‚Ihre‘ Bespielung das passende Konzept wählen.

Dieses kommt nun über ein LEADER-Projekt in Grünbach am Schneeberg wie auch in Rohr im Gebirge zur Umsetzung.

Vorhaben/Aktivitäten:

‚Kene Meine Muh und drin bist Du‘

 "Ene Mene Muh und draust bist du" ist ein bekannter Kinder-Zählreim, der die Exklusion der ausgezählten Person bewirkt.

"Kene Mene Muh und drin bist du" ist die Kernaussage unseres Projektes. Es bezeichnet eine bereitwillige Aufnahme von nicht integrierten Personen. In der Kulisse des stillgelegten, geschichtsträchtigen Climatech Areals wollen wir mit unseren kreativen Aktivitäten, Barrieren in Kopf und Gesellschaft durchbrechen.

Gru?nbach ist eine interkulturelle Gemeinde, wo neben der ansässigen Bevölkerung verschiedene "Randgruppen" ihre Heimat gefunden haben, die im täglichen Leben nicht zwangsmäßig miteinander interagieren. Mit kulturellem Background, menschlichem Fingerspitzengefu?hl und ku?nstlerischer Performance, möchten wir die Bevölkerung fu?r ein tolerantes Miteinander sensibilisieren.

An mehreren Wochentagen wird bei gemeinsamen Aktivitäten das Kennenlernen untereinander im Mittelpunkt stehen. Es gibt Tanz- und Musikabende, Lesungen und Workshops, um Vorurteile und Ängste abzubauen.

Als Begegnungsort wird ein Reparaturcafé eingerichtet, wo miteinander gewerkt wird, um defekte Objekte wieder funktionsfähig zu machen. Daneben können in verschiedensten kreativen Workshops neue Fertigkeiten erlernt werden. Während des Bespielungszeitraumes wird eine Permanentausstellung verschiedenster Kunst Kunstsinnige anlocken.

In gemu?tlicher Atmosphäre wird Ideen zur gemeinsamen Gestaltung Platz gegeben, wo sowohl regionales, kulturelles Erbe wie auch das Neuartige, Fremde ihre Plattform finden. Wo Kompetenz- und Kulturaustausch werden einen breiten Rahmen einnehmen. Eine Schnittstelle, die der Begegnung Raum schafft und sich nachhaltig positiv auf das Gemeinwohl auswirkt.

Die Puchberger Multimedia Ku?nstlerin Suze LaRousse wird diese Interaktionen mit ihrer Kamera begleiten und die Begegnungen als Prozeß der Annäherung dokumentieren. Zur Halbzeit des Projekts werden bei einer Vernissage die entstandenen Bilder gezeigt, die bis zur Finissage ausgestellt bleiben.


‚raw/augmented/digital‘ - Wirklich ist was wirkt

Interaktive audivisuelle Installation

7 bis 12 Holzflächen, perforiert und gezeichnet von Insektenfrass,

nehmen den Raum in unregelmässiger Anordnung ein.

Über Beamer werden die Holzflächen mittels projection mapping passgenau bespielt.

Die projizierte Animation erinnert an Bewegungen von Insekten und steht in Abhängigkeit zum Verhalten der Besucher im Raum: Basierend auf den Bewegungen der Besucher ändern sich einerseits die Animationen, andererseits bilden die Bewegungsmuster der Betrachter auch die Grundlage für eine akkustische Bespielung.

Spezielle Lautsprecher machen die Hölzer zu Schallreflektoren einer Klangkomposition.

Die Installation oszilliert zwischen der ursprünglichen, rauen, vergänglichen, haptisch materiellen (raw) und der scheinbaren, flüchtigen, digital erweiterten (augmented) Welt. Sie soll in ihrer Gesamtheit alle Sinne ansprechen.

Auf Grund der Größe der Fabrikshalle und der Vielzahl an Bewerbungen hat sich Hr. Mikats als Vertreter der Stiftung und Bgm. Steinwender für die Gemeinde dafür ausgesprochen, dass von den 12 Bewerbungen 2 zur Umsetzung kommen sollen. Beide sind im oberen Text bereits vorgestellt worden. Kene Meine Muh und drin bist Du ist eher schon ein Sozialprojket als ein künstlerisches Projket und soll auch nach dem Viertelfestival mit dem Reperatur Cafe und einer Töpferwerkstatt vor Ort bleiben. Das ergänzt sich auch gut mit Teilen des Angebotes der Stiftung (Imkerei).

Raw/augmented/digital ist auch für Hr. Mikats eine gute Bereicherung für die Vorhaben der Stiftung, für Grünbach und im weiteren Sinne für die Region. Auch wenn diese Installationen nur temporär zu erleben sein werden, stellen sie ebenfalls einen vielschichtigen und wichtigen Impuls dar! Die Kombination beider kreativen Schaffenswelten macht das Projekt umso spannender für alle Beteiligten! Foto Credit: Dieter Werderitsch